Kambodscha – Siem Reap 29-31 Okt 2018

Angkor Wat – Tempel der Tempel…

Nach unserer anstrengenden Fahrt vom Osten nach Siem Reap haben wir den ersten Tag hier langsam angehen lassen. Erst ein leckeres Frühstück im Guesthouse direkt am Pool und dann ein langer Spaziergang durch die Stadt. Dass Siem Reap eine große Stadt ist merkt man überhaupt nicht. Es gibt keine Hochhäuser und die Straßen sind eher ländlich. Unser Guesthouse Rose Apple Boutique befindet sich in einer ruhigen Straße etwa 5 Minuten von der Pub Street (Partystraße) und den Nachtmärkten entfernt. Wir können also bequem in die Stadt laufen und uns zwischen Shopping, Sightseeing und Essen zur Pause an den Pool legen.

Gestartet sind wir in Richtung Fluss. Vorbei an jeder Menge Restaurants, Shops und viele Fruchtsaftständen. Die Stadt ist voller Tuk Tuks und ständig wird man gefragt „you need Tuk Tuk?“ 🙂 Auch wenn offensichtlich ist dass man durch die Straßen schlendert zum schauen. Immer freundlich lächeln und „No thank you“ sagen, dann hören sie sofort auf. Wir sind zum Restaurant Haven gelaufen, welches Straßenkinder zu Kellnern und Köchen ausbildet. Sie erhalten dort eine 15 monatige kostenlose Ausbildung und finden danach gut einen Job. Außerdem bekommen sie ihr Trinkgeld erst am Ende der Ausbildung und können den Betrag dann sparen oder als Startkapital verwenden. Eine tolle Institution mit sehr leckerem Essen und wirklich netten und zuvorkommenden Bedienungen. Wir hatten Fruchtsäfte und Sommerrollen 🙂 Danach sind wir am Fluß entlang nach Norden gelaufen und haben dort wieder den Fluß über eine der vielen Brücken überquert. In der Hup Guan Street gibt es viele kleine Läden in denen Kunsthandwerk verkauft wird. Und das vegane Restaurant Vibe. Wunderschönes kleines Cafe mit jeder Menge Säften, Kuchen und Hauptspeisen. Ich habe mir einen Rasberry Cheesecake und einen Dr Detox Drink gegönnt (mit Spirulina). Nach dem vielen Essen sind wir wieder zurück ins Guesthouse und haben den restlichen Nachmittag am Pool verbracht und sind zur Ticketstation gefahren um das 3-Tage Ticket für Angkor zu kaufen. Abends muss man ja auch was essen und so sind wir wieder in die Stadt gelaufen. Diesmal zum Bugs Cafe und wie der Name schon sagt, da gibt es Insekten. Das Restaurant heißt Bugs Cafe und Insect Tapas Bar. Christoph hat die Starter Platte genommen und ich erstmal einen Gemüsesaft 🙂 Auf der Platte waren Heuschrecken, Seidenwürmer, eine Vogelspinne, ein Skorpion und ein Wasserkäfer. Sah nett angerichtet aus und hat wohl auch geschmeckt aber für mich ist es nichts. Aber zum zuschauen und sowas mal aus nächster Nähe zu sehen war es ok. Das Restaurant ist auch sehr modern und man fühlt sich wohl. Ich hab dann im nächsten veganen Restaurant um die Ecke eine vegane Pizza bekommen 🙂 Nicht dass ich Veganer oder Vegetarier wäre, aber bei dem Essen muss ich mir keine Sorgen wegen der Lactoseintoleranz machen oder wo das Fleisch wohl herkommt usw. Deswegen mag ich es so gerne.

Für den nächsten Tag hatten wir uns den ersten Tempel Tag vorgenommen. Und zwar zum Sonnenaufgang. Um 4:30 Uhr ging es los mit Frühstück take away und Fahrer und Guide zum wohl bekanntesten aller Tempel, Angkor Wat. Im Dunkeln ging es los und um 5 Uhr wurde dann das Tor zur Tempelanlage geöffnet. Man läuft über eine Brücke über den angelegten Wassergraben und durch das erste Tor zu einem Seerosenteich. Von dort  kann man am besten den Sonnenaufgang hinter dem Tempel beobachten. Da standen wir also mit ca 1000 anderen Menschen und haben im Dunkeln auf den Sonnenaufgang gewartet. Es war gigantisch! Die vielen Menschen nerven und man kommt sich auch etwas doof vor in der Masse aber es ist das frühe Aufstehen auf jeden Fall wert. Es ist ein unglaublicher Anblick wenn langsam die Silhouette der drei Tempelspitzen sichtbar werden. Drum herum wird alles rot und blau und der Tempel bleibt lange schwarz bis die Sonne hinter einem der Türme hervor kommt. Im Wasser spiegelt sich das komplette Bild und man bekommt wunderschöne Fotos.

Dann setzt man sich auf die Steine rund um den See und packt sein mitgebrachtes Frühstück aus. Anschließend ging es weiter zum Tempel, denn den will man natürlich auch aus der Nähe sehen. Unser Guide ist mit uns um die Außenmauer und dann auf die erste Ebene gelaufen. Der Tempel ist viereckig und an den Außenmauern sind eindrucksvolle Steinschnitzereien, die Geschichten aus dem Hinduismus erzählen. Die detaillierte Kleinstarbeit hat viele viele Jahre gedauert und erstreckt sich über teilweise 40 Meter Wand. Es ist kaum vorstellbar, dass sowas heutzutage wiederholt werden kann. An allen Wänden und Säulen befinden sich Ornamente und Figuren. Man weiß gar nicht wie man das alles visuell aufnehmen soll. Angkor Wat wurde vom damaligen König Suryavarman II dem Hindu-Gott Vishnu gewidmet. Dessen Abbildung findet man an vielen Stellen im Tempel.

Danach sind wir mit dem Tuk Tuk zu Angkor Thom gefahren. Das ist eine alte Tempelstadt, in der früher die Menschen auch wohnen durften. In Angkor Wat haben keine Menschen aus dem normalen Volk gewohnt. In Angkor Thom befindet sich auch der bekannte Bayon Tempel mit den über 200 Gesichtern des damaligen Königs. Manche teilweise über 10 Meter groß. Wenn man also durch den Tempel läuft schauen einen hunderte lächelnde Gesichter an. Ein Highlight!

Anschließend sind wir über eine lange Steinbrücke zum Tempel Baphuon gelaufen. Dort gibt es viele Gänge mit Fenstern und außerdem gelangt man über eine steile Treppe auf die oberste Ebene und hat einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden Tempel und den Urwald.

Zum krönenden Abschluss sind wir Ta Prohm gefahren. Diese Tempelruine wurde bekannt als Drehort der Tomb Raider Filme mit Angelina Jolie und jeder hat bestimmt schon die verfallenen Steine und Wände gesehen, die von Bäumen und Ästen überwuchert sind. Da hat sich die Natur einfach ihren Platz zurück erobert. Die Forschungsteams versuchen die Ruinen zu erhalten in dem sie Stützen unter die Steine bauen, aber ein hunderte von Jahren alter Baum und dessen Wurzeln sind einfach stärker.

Leider sind wir um halb eins zurück gefahren. Leider deshalb weil der Guide eigentlich den ganzen Tag mit uns verbringen sollte er uns aber ins Hotel hat fahren lassen. Später haben wir dann erfahren, dass das nicht üblich ist und dass die Besitzerin des Guesthouses sich auch schon bei dem Veranstalter beschwert hat, dass er uns so früh zurück gefahren hat. Wir haben dann gegessen und etwas Schlaf nachgeholt und sind dann zum Sonnenuntergang mit unserem Fahrer Lom zum Hügeltempel Phnom Bakheng gefahren und haben uns dort den Sonnenuntergang angeschaut. Man muss gegen vier Uhr bereits dort sein weil nur 300 Menschen auf den Tempel gelassen werden. Wir waren früh genug da und konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Urwald und den Feldern sehen.

Abends haben wir nochmal die Straßenmärkte unsicher gemacht und dort Streetfood und BBQ genossen und sind dann todmüde ins Bett gefallen.

Heute haben wir lange geschlafen und sind gegen mittag zum Nationalmuseum gefahren. Sehr sehenswert. Wir haben uns einen Audioguide genommen und haben somit alles über die dort ausgestellten Figuren und Steinformationen erfahren. Es gibt verschiedene Räume mit Filmen und Animationen. Dort wird die Geschichte der letzten 1500 Jahre erzählt. Vor allem die Geschichte und Bedeutung der vielen Tempel und der dort dargestellten Figuren. Wir haben definitiv mehr über die Tempelanlagen erfahren als unser Guide uns erzählt hat.

Morgen geht es weiter mit einem Tempeltag. Diesmal zu einer normalen Zeit und nicht im Dunkeln 🙂

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