Goodbye Kambodscha – 11 Nov 2018

Angewohnheiten, Unterschiede und lieb gewonnene Eigenarten 🙂

Nach 3 1/2 Wochen in Kambodscha fühle ich mich fast wie angekommen und vertraut mit den Menschen und dem wunderschönen Land. Ich habe hier neue Lebensweisen und Ansichten kennen gelernt und nehme viel davon mit auf meine weitere Reise.

Ich bewundere die Kambodschaner für ihre Gelassenheit. Sie sind immer entspannt und haben ein Lächeln im Gesicht. Trotz der schwierigen oder armen Umstände in denen sie leben. Ich habe nie erlebt dass jemand unfreundlich wurde oder gestresst war. Habe kein böses Wort (zumindest vom Ton her 🙂 mehr versteh ich ja nicht) gehört und wurde niemals komisch behandelt. Wenn dann nur von anderen Nicht-Einheimischen. Ach ja und unser Tour Guide in Angkor war nicht wirklich motiviert… naja Ausnahmen gibt es überall.

Sie nehmen das Leben wie es ist und machen das beste aus dem was sie haben. Man kann hier alles bekommen, manchmal nicht wie man es sich vorgestellt hat, aber sie finden immer einen Weg. Zum Beispiel unsere Fahrt vom Osten nach Siem Reap als der Bus liegen blieb. Hier gibt es nun mal keinen ADAC oder ähnliches und andere Busse der Transportgesellschaft waren nicht in der Nähe. Also was blieb anderes übrig als uns einfach in ein anderes Auto per Anhalter zu setzen 🙂 Für alle war es normal und völlig selbstverständlich, nur für uns nicht weil wir so viel Improvisation nicht gewohnt sind. In Deutschland läuft alles nach einem Plan, hier in Kambodscha entscheidet man jedes Mal neu nach Lage und Möglichkeiten. Diese Eigenschaft werde ich auf jeden Fall versuchen mitzunehmen und zu verinnerlichen. Es macht das Leben viel entspannter 🙂

Für die Kambodschaner ist die Familie das wichtigste. Deswegen wird man auch von jedem, also wirklich von jedem, egal ob Fahrer, Kellner, Verkäuferin etc. gefragt ob man verheiratet ist, Kinder hat, Single ist, wie alt man ist und ob die Eltern in der Nähe wohnen. Man darf das auf keinen Fall als Annäherungsversuch verstehen. Sie wollen einen einfach einordnen. Ich wurde von Kambodschanern zum Beispiel nie nach meinem Beruf gefragt. Das ist nicht wichtig für sie. Für sie steht der familiäre Stand an erster Stelle. Von Europäern wurde ich meistens zuerst nach meinem Job gefragt. Ob ich verheiratet bin wollte keiner wissen, vielleicht auch weil es in Europa einfach eine sehr persönliche Frage ist und man es aus Anstand nicht fragt oder weil es auch einfach keine Bedeutung hat oder der Beruf wichtiger ist, wenn man einen Menschen kennen lernen möchte. In Kambodscha ist es völlig anders und ich mag diesen Unterschied weil die Familie hier so einen hohen Stellenwert hat.

Es gibt hier zwar ein großes Plastikproblem, auf der anderen Seite aber wird auch versucht alles zu verwenden. Besonders bei armen Familien in entfernten Dörfern konnten wir beobachten wie einfallsreich die Menschen sind und wie Dinge weiter verwertet wurden. Zum Beispiel in Mondulkiri gab es Motorräder die komplett selbst zusammen gebastelt waren und das aus Teilen die normalerweise nicht an einem Motorrad zu finden sind. Und es ist trotzdem gefahren 🙂 Und die Kinder haben sich aus einer Plastikflasche, vier geschnitzten Holzrädern und einer Schnur ein Auto gebaut. Und sie haben genauso gelacht und sich gefreut wie Kinder in Deutschland die gerade ein neues Spiel für die PlayStation bekommen haben. Es ist traurig dass viele Menschen noch in ärmlichen Verhältnissen leben aber sie versuchen das beste daraus zu machen. Man lernt, dass man viele materielle Dinge nicht braucht und man auch glücklich mit einem einfachen Lebensstil sein kann.

Zum Thema Plastik wird derzeit in den Schulen begonnen zu unterrichten. Die ältere Generation hat es leider nicht anders gelernt, wohl auch aufgrund der Tatsache dass Kambodscha erst seit ca 28 Jahren im Wiederaufbau ist und die Menschen sich in den letzten Jahren um ihre Familien und ihre Existenz kümmern mussten, aber der jungen Generation möchte man beibringen was Umweltschutz ist und wie lange Plastik braucht bis es abgebaut ist. Es gibt viele Initiativen wie „Keep Cambodia clean“ oder auch viele Wasser ReFill Stationen, also Restaurants oder Hotels bei denen man sich die Flasche Wasser aus einem großen Behälter nachfüllen kann und man somit keinen weiteren Müll produziert.

Wenn man aus Kambodscha ausreist hat man auf jeden Fall einen Satz im Kopf:

„You wanna buy something ok?!“ So wird man an jedem Straßen oder Marktstand angesprochen wenn man vorbei läuft. Natürlich macht man sich etwas darüber lustig und am Anfang nervt es auch ein bisschen. Aber eigentlich machen die Verkäufer ja nur ihren Job und versuchen Geld zu verdienen, was wirklich nicht viel ist wenn man sich die Preise für Tshirts oder Souvenirs anschaut. Sie lernen es so und versuchen dann ihr bestes. Wenn man sich daran gewöhnt hat, geht man entweder mit einem Lächeln und „no thank you“ weiter und wird auch nicht weiter belästigt oder man schaut sich in aller Ruhe an einem Stand um und man bekommt viele Variationen von dem was man kaufen wollte gezeigt und wenn etwas nicht verfügbar ist wird ein Familienmitglied angerufen welches es dann von einem anderen Stand bringt. Und wenn es nicht das Tshirt (in unserem Fall) ist was man möchte erklärt man das und geht einfach weiter. Viele empfinden es als Belästigung und nervig beachten aber nicht dass die meisten Menschen hier keine andere Wahl haben als zu verkaufen und sie nur ihren Job machen. Außerdem muss man auch mal sagen dass sie mit dem einem Satz schon mehr Englisch sprechen als ich in Khmer sagen kann 🙂

Akhun (Danke auf Khmer) Kambodscha für diese vielen Eindrücke und Ansichten und vor allem für die schönen Erlebnisse und deine freundlichen Menschen.

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