Malaysia – Borneo – Sandakan 10-11 Feb 2019

Nach einer 7 stündigen Busfahrt bin ich gestern in Sandakan im Osten Sabahs angekommen. War unkompliziert. Die Express Busse fahren vom Busterminal Inanam, etwas außerhalb von Kota Kinabalu ab. Meistens fahren sie stündlich nach Sandakan, zumindest morgens. Man fährt einfach dort hin, vorzugsweise mit einem Grab, da es günstiger ist und kauft das Ticket direkt am Schalter. Die Busgesellschaften wechseln sich ab, bei mir war es Tung Ma Express. Das Ticket kostet 43 Malaysische Ringgit, was rund 10 Euro sind. Viel besser als in ein Flugzeug zu steigen 🙂 Die Fahrt ist am Anfang sehr schön. Sie führt am Mount Kinabalu vorbei und durch die Bergewälder. Solche Busfahrten mag ich. Da kann man die ganze Zeit aus dem Fenster schauen und sieht somit viel vom Land. Nach 3 Stunden gibt es eine Pause an einem Rastplatz, an dem man entweder essen kann oder Essen mitnehmen kann. Ich habe mich für einen „Bun“ aus dem heißen Glaskasten entschieden 🙂 Bun ist ja eigentlich ein Brötchen, hier sind das allerdings Teigkugeln, die eher an Germknödel erinnern. Und auch so schmecken. Ich habe mich für eine Erdnussfüllung entschieden, da mir Hähnchen im süßen Knödel etwas zu abenteuerlich war für eine weitere 4 stündige Busfahrt 🙂 Die Fahrt ging weiter über Land und durch endlos scheinende Palmölplantagen. Das Ausmaß ist einfach schlimm. Nach sieben Stunden kamen wir an der Bushaltestelle an und ich bin mit einem Grab zum Hostel gefahren. In Sandakan gibt es nicht wirklich viel Auswahl an Hotels und so hab ich zum ersten Mal ein Hostel gebucht, um etwas Geld zu sparen :-). Allerdings ein eigenes kleines Zimmer und kein Bett im Dorm. Die Duschen und Toiletten teilt man sich aber. Das Hostel heißt Harbourside Backpackers und liegt, wie der Name schon vermuten lässt, an der Hafenpromenade. Die Stadt ist wirklich nicht schön und die meisten Gebäude und Geschäfte sind etwas heruntergekommen. Aber die meisten Reisenden kommen sowieso nur hierher um die Ausflugsziele rund um Sandakan zu besuchen. So wie ich. Mein Zimmer ist sauber, das Bad auch und es gibt ein Wohnzimmer mit Couch und TV und eine Küche. Irgendwie sehr gemütlich. Restaurants gibt es auch nicht viele daher bin ich direkt in das nächste gegangen. Ein Inder direkt unter dem Hostel. Die Namen der Gerichte standen an einer großen Tafel, leider ohne Beschreibung oder Bild und die Angestellte sprach nur wenig Englisch. Da war die Auswahl etwas kompliziert und ich habe einfach Nasi Goreng Ayam bestellt. Das kannte ich 🙂 Irgendwie findet man ja immer was. Danach bin ich etwas durch die Stadt gelaufen. Zu sehen gibt es nur die Promenade und die vielen Fischrestaurants.

Heute morgen bin ich zum ersten Highlight hier gestartet. Das Labuk Bay Proboscis Monkey Sanctuary. In diesem kleinen Reservat leben Nasenaffen. Die Nasenaffen gibt es nur noch auf Borneo. Diese Gruppe dort hatte Glück im Unglück. Der Besitzer der umliegenden Palmölplantage hat ihnen ein Stück Mangrovenwald gelassen und so haben sie überlebt. Allerdings ist das Waldstück zu klein um alle dort lebenden Nasenaffen zu ernähren. Deshalb werden sie täglich mit Obst und ungezuckerten Pancakes gefüttert. Eigentlich ernähren sie sich von Blättern. Sie sind Wiederkäuer und haben mehrere Mägen. So wie Kühe. Das ermöglicht ihnen die teilweise giftigen Blätter zu verdauen. Daher kommt aber auch ihr dicker runder Bauch 🙂 Die Nasenaffen sind endemisch, das bedeutet sie leben nur hier in Borneo. Deshalb ist es so wichtig ihren Lebensraum zu schützen und zu erhalten, da sie sonst aussterben werden. Ich bin also mit gemischten Gefühlen dort hingefahren, möchte aber auch unterstützen dass sie dort bleiben können. Jeden Morgen um halb zehn fährt ein Shuttlebus des Reservats vor dem Sandakan Hotel ab. Die Hinfahrt kostet 20 Ringgit, die Rückfahrt auch. Die Fahrt dauert ca 1 1/2 Stunden. Shuttlebus hält am Ticketstand an, man kauft dort das Ticket für 60 RM, zahlt den Shuttlebus und die Fotografiererlaubnis (10RM). Insgesamt kostet der Ausflug also 110 RM, was etwa 24 Euro sind. Dann steigt man wieder in den Bus, der weiter zur Platform B fährt wo um 11.30 Uhr die zweite Fütterung statt findet. Es gibt insgesamt 4 Fütterungen am Tag. Man kann auch früher mit dem Taxi dort hinfahren, um die erste Fütterung um 9.30 Uhr zu sehen. Allerdings gilt das Ticket nur für 2 Fütterungen. Was ich ehrlich gesagt seltsam finde. Naja, mit dem Shuttlebus sieht man die Fütterungen um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr. Danach fährt er wieder zurück. Die Plattform B ist ein langes Holzhaus mit einer Terrasse am Ende. Dort sind im Garten zwischen den Bäumen die hohen Tische aufgestellt. Wir hatten Glück und haben am Eingang zur Terrasse sogar einen Hornvogel gesehen. Im Wald und im Garten saßen schon einige Nasenaffen und haben auf das Futter gewartet. Sie sind wirklich lustig und ihre Mimik ist der unseren so gleich. Ich hätte sie stundenlang anschauen können. Die langen Nasen haben übrigens nur die Männchen. Sie haben keine Funktion außer als Schönheitsmerkmal für die Weibchen. Wer die größte Nase hat bekommt die Weibchen 🙂 Die Nasenaffen leben in mehreren Gruppen. Der Herdenführer mit seinem Harem und  die jungen Männchen in einer eigenen Gruppe. Die Jungen haben gespielt und die Weibchen haben auf ihre Babys aufgepasst. Der älteren Männchen haben gechillt. Es sieht so lustig aus wenn sie mit ihren langen dünnen Beinen im halben Schneidersitz auf einem Ast sitzen oder sich mit den Armen auf die Knie abstützen und ganz entspannt auf dem Boden sitzen. Einfach cool 🙂 Dann kam das Essen 🙂 Alle sind losgestürzt aber es gab kein Durcheinander oder Ärger. Das Essen war auf zwei Plattformen verteilt und so hat jeder etwas abbekommen. Danach haben alle auf dem Rasen gechillt oder gespielt. Herrlich! Das werde ich nie wieder vergessen.

 

In der Pause zwischen den Fütterungen kann man entweder etwas Essen im Restaurant oder sich die Gegend anschauen. Um 13 Uhr wird auch ein Film über das Reservat und die Affen gezeigt. Ich habe gebratene Nudeln bestellt, die zwar satt gemacht haben aber nicht glücklich…. Der Film war interessant und in einem klimatisierten Raum 🙂 Dann ging es weiter mit dem Shuttle zu Plattform A. Da die Plattformen weit auseinander liegen empfiehlt es sich nicht zu laufen. Plattform A führt über einen langen Holzweg zu einer offenen Holzhalle. Auf dem Weg dorthin kann man Schlammspringer zwischen den Mangrovenwurzeln beobachten. Von weitem konnte man schon die Affen in den Bäumen sehen. Manche haben auch schon auf dem Tisch gewartet. Ich habe mich diesmal auf die Affen in den Bäumen konzentriert und ihnen beim faulenzen und spielen zugeschaut. Irgendeiner der kleinen Affen hat ja immer Dummheiten im Kopf und zieht die anderen am Schwanz oder an der Nase. Das war wirklich lustig 🙂 Um drei ging es wieder mit dem Shuttle zurück nach Sandakan. Der Ausflug war wirklich toll und jeden Cent wert. Mir ist dadurch aber noch bewusster geworden wie gefährdet diese Tiere sind und dass ihr Lebensraum geschützt werden muss.

 

Morgen reise ich weiter nach Sepilok zu den Orang Utans 🙂

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