Malaysia – Borneo – Sepilok 12-13 Feb 2019

Ich bin im Tier- und Naturparadies 🙂

Dieser Beitrag wird sehr viele Fotos enthalten 🙂

Leider erst mal nur Handyfotos, da das Wlan, wie zu erwarten, im Regenwald eher schlecht ist… Die tollen Kamerafotos folgen bald 🙂 UPDATE: Fotos sind drin, viel Spaß 🙂

Am Dienstag Morgen bin ich mit einem Grab für 22 RM ca 15 min von Sandakan zur Nature Lodge in Sepilok gefahren. Die Nature Lodge ist noch sehr neu und am Anfang des Naturgebietes. Von dort kann man aber in 15 Minuten zum Orang Utan Rehabilitations Center und dem Sun Bear Sanctuary laufen und in 10 Minuten zum Rainforest Discovery Center. Die kleinen Doppelhäuser stehen mitten in der Natur und direkt am Wald. Nachts hört man die Grillen, Vögel und andere Tiere deren Laute ich nicht zuordnen kann 🙂 Das Zimmer ist sehr sauber mit Veranda und offenem Bad.

Nachdem ich dort angekommen bin, habe ich kurz gegessen und bin dann zu den verschiedenen Centern gelaufen um mir die Uhrzeiten, Fütterungszeiten und Wege anzuschauen. Da es schon nach 14 Uhr war hat es sich nicht gelohnt den Tieren schon einen Besuch abzustatten. Ich habe zwei volle Tage hier und wollte alles in Ruhe anschauen. Im Discovery Center habe ich aber direkt einen Nightwalk durch den Wald gebucht. Um 18 Uhr geht das immer los für 2 Stunden. Kostet 30 RM und man muss feste Schuhe und eine Taschenlampe mitbringen.

Pünktlich um 17.20 Uhr 🙂 🙂 stand ich da also schon und habe auf den Guide und die Gruppe gewartet. Der Ranger hat auf die Uhr geschaut und meinte der Nightwalk beginnt aber erst um 18 Uhr. Jaaaa ich weiß, deutsche Pünktlichkeit eben 🙂 Irgendwie bin ich vor lauter Aufregung etwas zu früh losgelaufen. Aber so konnte ich in Ruhe am See sitzen und die herrliche Natur genießen. Es gibt eigentlich nichts entspannteres.

 

 

Dann kam der Guide und 10 weitere Personen. Es ging los 🙂 Die Chinesin die natürlich telefoniert hat habe ich dezent darauf hingewiesen, dass sie und wir keine Tiere sehen werden wenn sie weiter redet. Für das erste Highlight mussten wir auf eine Aussichtsplattform hoch steigen. Von dort konnte man einen großen alleine stehenden Baum sehen auf dem sich ein Giant Flying Squirrel ein Nest gebaut hat. Jeden Abend fliegen sie vom Baum in den Wald um auf Nahrungssuche zu gehen. Tagsüber schlafen sie oben in den Wipfeln. Durch den Zoom der Kamera habe ich beobachtet wie es auf die höheren Äste geklettert ist und sich abflugbereit gemacht hat. Und dann, wie ein kleiner Drachen, ist es ca 60 Meter weit in die Bäume nebenan geflogen. Sehr sehr cool 🙂

 

 

Dann kam ein Highlight nach dem anderen. Eine große Eule sowie viele andere Vögel. Der erste Lori im Baumwipfel 🙂 das sind die kleinen süßen Tiere mit den großen Augen. Wir hatten wirklich Glück denn sie sind sehr scheu und man sieht sie nicht oft. Es war schön, sie wild und in Freiheit zu sehen. Sie sind bedroht weil sie gefangen und als Haustier gehalten werden. Sie sind wirklich sehr sehr süß aber sie gehören in den Wald. Also bitte keine Lori-Videos auf YouTube unterstützen. Einen zweiten Lori haben wir nach weiteren 10 Minuten Spaziergang durch den dunklen Wald gesehen. Wieder weit oben versteckt in den Bäumen. Meine Kamera ist zwar gut aber für Nachtaufnahmen nicht geeignet. Deswegen sind die meisten Fotos etwas verwackelt. Aber man kann es erkennen 🙂

 

 

Es war wirklich sehr dunkel. Total aufregend weil man die Geräusche der Tiere gehört hat aber nicht wusste wo sie sind und wie nah oder weit sie von einem entfernt sind. Dann kamen wir an einem Skorpion und einer kleinen grünen Viper vorbei. Sie ist sehr giftig und hat zum Glück geschlafen. Unser Guide hatte auch einem Kingfisher entdeckt. Das ist ein kleiner gelber Vogel mit rotem Schnabel und lilafarbenem Schopf 🙂 sehr süß. Er hat geschlafen und wurde durch uns wach. War ganz verwirrt der Arme. Wir sind schnell weiter gelaufen. Das nächste Highlight war direkt um die Ecke. Ein Western Tasir. Auch ein winziger Affe mit großen Augen so ähnlich wie der Lori. Er war versteckt in einem Busch und man musste etwas über das Gestrüpp laufen. Plötzlich hat das kleine Mädchen neben mir angefangen zu schreien und zu weinen weil sie von einer roten Ameise gebissen wurde. Ich war auch schon auf dem Rückweg aber zu spät. Mich hat es auch erwischt. Es hat furchtbar weh getan und gebrannt. Am liebsten hätte ich auch geweint 🙂 aber ging ja nicht und ich hab tapfer zu der Kleinen gesagt, dass ich auch gebissen wurde und es gleich weg geht. Zum Glück hatte ich Recht und es war nach 2 Minuten vorbei. Also habe ich dann nur vom Straßenrand aus den Tasir beobachtet und alle zwei Sekunden mit der Taschenlampe auf meine Füße geleuchtet 🙂

 

 

Auf dem Rückweg haben wir noch einen großen Tausendfüßler gesehen und ein Stabinsekt. Außerdem einige Frösche und Spinnen. Sogar eine Baby-Vogelspinne, aber da hab ich mich nicht nah ran getraut 🙂 Die war schon sehr groß und irgendwo musste ja auch die Mutter sein…

Die Wanderung hat länger als 2 Stunden gedauert und war einfach großartig. Ich bin sehr glücklich eingeschlafen 🙂

Am nächsten Tag bin ich früh aufgestanden um pünktlich um neun Uhr bei den Orang Utans zu sein. Um neun Uhr öffnet der Park und um zehn Uhr ist die erste Fütterung. Der Eintritt kostet 30 RM plus 10 RM für die Kamera. Das Ticket ist einen Tag gültig und man kann damit beide Fütterungen anschauen. Also um 10 Uhr und um 15 Uhr. Man muss draußen seine Tasche abgeben und darf nichts mit hinein nehmen. Außer die Kamera und Handy. Die Orang Utans oder andere Affen denken sonst nämlich, dass man Futter dabei hat wenn sie eine Tasche sehen. Da der Kontakt mit den Tieren streng verboten ist will man so vermeiden dass die Tiere zu den Menschen gehen. In dem Reservat werden die Orang Utans ausgewildert und leben dann dort ganz natürlich und wild. Es gibt keine Zäune und sie können kommen und gehen wie sie möchten. Am besten ist es natürlich wenn sie im Wald bleiben und dort ihr normales Leben ohne Menschen leben. Die meisten Orang Utans werden als Baby gefangen und als Haustier gehalten. Oder im Wald während Rodungen von ihren Müttern getrennt. Alleine können sie nicht überleben. Sie kommen als erstes in die indoor Nursery wo sie an das Obst und Früchte gewöhnt werden und ihre ersten Kletterversuche machen. Danach dürfen sie in die outdoor Nursery wo sie tagsüber spielen und in den Wald dürfen. Sie bekommen einen älteren Orang Utan als Freund von dem sie das natürliche Verhalten lernen welches sie sonst von ihrer Mutter gelernt hätten. Wenn sie bereit für ein Leben im Wald sind gehen sie von ganz alleine und beginnen im Wald zu schlafen. Die Tierpfleger scheuchen sie meistens auch weg damit sie im Wald bleiben. Das sieht gemein aus ist aber das beste für die Tiere damit sie unabhängig von den Menschen werden. Auf dem Weg zur Nursery ist ein Orang Utan vorbei gekommen. Erst hat man es rascheln gehört und plötzlich kam der große rote zottelige Affe von Baum herunter geklettert und hat sich einfach auf das Geländer vor uns gesetzt. Ich hatte großen Respekt und habe Abstand gehalten. Man darf den Tieren auch nicht zu nah kommen damit sie sich keine Krankheiten einfangen und die anderen Tiere anstecken. Daher stehen auch überall Pfleger und sorgen dafür, dass es keinen Kontakt zwischen den Menschen und den Tieren gibt. Zum Glück kam auch direkt ein Pfleger vorbei und hat die anderen Besucher weiter gescheucht die natürlich egoistisch und respektlos waren und immer wieder stehen geblieben sind obwohl der Orang Utan direkt auf sie zu gelaufen ist und der Pfleger die ganze Zeit gesagt hat dass sie bitte schnell weiter gehen sollen. Meine Kamera hat einen guten Zoom und somit konnte ich auch mit Abstand Fotos machen 🙂 Das war ein toller Einstieg in den Tag. Er ist noch eine Weile vor uns her gelaufen und dann im Wald verschwunden. In der Nursery kann man den kleinen Affen beim Spielen und Essen zuschauen. Man darf aber das Gebäude nicht verlassen und nur durch die Fensterscheiben schauen. Aber es ist auch so toll und ich hätte ewig dort sitzen können.

 

 

Es war aber schon kurz vor zehn und ich musste zur Futterplattform. Dort angekommen saßen schon ein kleiner Orang Utan auf der Plattform und zwei in den Bäumen. Sogar eine Mama mit Baby. Sie kam dann auch runter um sich Obst zu holen. Es war toll diese großen majestätischen Tiere frei lebend zu sehen. Sie kommen nur an die Plattform wenn sie noch in der Auswilderungsphase sind oder um sich zusätzliche Vitamine zu holen so wie die Mama mit ihrem Baby. Wir hatten wirklich Glück so viele dort zu sehen. Eigentlich ist es aber ein gutes Zeichen wenn sie nicht kommen weil das bedeutet dass sie alleine genug Futter im Wald gefunden haben und alleine dort überleben können. Nachdem die Orang Utans gegessen hatten kamen die Makaken aus dem Wald und haben sich die Reste geholt 🙂 Und auch die schwarzen Eichhörnchen haben sich Reste stibitzt.

 

 

Auch auf dem Rückweg waren viele Makaken und kleinere Affen im Wald und sind in den Ästen rumgeturnt. Man muss sich dann immer vor Augen halten dass man gerade durch einen echten offenen Regenwald läuft und nicht durch einen geschlossenen Tierpark. Unglaubliche Erfahrung 🙂

 

 

Danach habe ich mir noch ein Video im Besucherzentrum über die Entstehung und die Arbeit des Centers angeschaut.

Genau gegenüber vom Orang Utan Zentrum liegt das Sun Bear Conservation Centre. Dort leben die Sun Bären in einem geschützten Wald. Sie sind die kleinsten Bären der Welt und leben nur in Asien. Leider sind sie bedroht weil Menschen sie als Haustier halten oder Hotels sie für Fotos ausstellen. Auch wegen ihrer Galle werden sie gejagt weil sie in der chinesischen Medizin zu Wunderpillen verarbeitet wird. Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise über irgendeine Wirkung. Sie werden gerettet und dürfen dort in Sepilok lernen wie man als Bär Futter findet und wie die normalen Verhaltensweisen sind. Wenn sie fit genug sind werden sie ausgewildert. Manche müssen aber für immer im geschützten Wald bleiben weil sie zu lange in Gefangenschaft gelebt haben oder Verletzungen haben. Hinter dem Eingang gibt es eine Plattform und einen Weg durch die Baumwipfel von wo aus man die Tiere sehen kann sofern sie nicht gerade schlafen oder sich im Busch verstecken. An der Plattform hatte ich Glück denn dort haben drei Bären gespielt und Futter gesucht. Sie sehen wirklich süß aus. Sie haben ein dunkelbraunes Fell und einen hellbraunen Kragen. Am Kragen kann man sie auch unterscheiden. Die genaue Zahl der noch lebenden Bären ist nicht bekannt aber es werden sehr sehr selten frei lebende Tiere gesehen.

 

 

Um drei Uhr bin ich nochmal rüber zu den Orang Utans und habe mir die zweite Fütterung angeschaut. Zuerst bin ich nochmal zur Nursery gelaufen. Kurz davor hat sich wieder ein kleiner Orang Utan auf das Geländer abgeseilt. Sofort war ein Pfleger da und hat uns schnell weiter gescheucht. Der Kleine ist uns hinter her gelaufen und hat neugierig geschaut. Wir mussten uns in den Eingang der Nursery stellen und die Pfleger haben sich davor gestellt. Der Kleine hat sich auf den Weg gesetzt und hat uns angeschaut. Wirklich unglaublich süß 🙂 er ist 6 Jahre alt.

 

 

In der Nursery war diesmal auch die Mama mit ihrem Baby und die kleinen Affen von morgens. Sie haben sich um eine Kokosnuss gestritten und sie dann aber zusammen aufgegessen. Zur Plattform zur Fütterung kam diesmal nur ein kleiner Orang Utan. Ein gutes Zeichen 🙂

 

 

Erschöpft von den ganzen Eindrücken bin ich nach Hause gelaufen. Auf dem Weg hat sich eine Schlange überlegt genau dort die Straße zu überqueren wo ich gerade lang gelaufen bin. Ich habe es nur rascheln gehört und hab sie erst gesehen als sie schon zwischen meinen Füßen war. Ich wusste gar nicht wohin ich springen sollte. Von weitem sah es bestimmt nach einem Regentanz aus 🙂 Zum Glück ist sie gleich weiter gehuscht. Sie war schwarz und rot und ich muss noch herausfinden welche Art das war.

Morgen werde ich den ganzen Tag im Rainforest Discovery Centre verbringen 🙂

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