Malaysia – Borneo – Kinabatangan River 15-17 Feb 2019

Mein neues Zuhause ist bei einer Malaysischen muslimischen Familie in einem Holzhaus im Regenwald direkt am Fluss 🙂

Es leben hier 11 Familienmitglieder, 3 Katzen, Hühner, 2 Gänse, Enten, 2 Ziegen, Otto der Haus Hornvogel mit seinem Weibchen im Nest und ein verletztes Zivet (das sind die Katzen vom Luwak Kaffee allerdings gibt es hier keine Luwak Kaffeebohnen) welches von einem Hund angegriffen wurde und jetzt hier gesund gepflegt wird.

Die Zimmer sind im Haus der Familie und bestehen aus zwei Betten und einer Ablage. Gegessen wird im offenen Holzhaus am Fluss. Die Dusche ist in einem kleinen Verschlag im Garten und besteht aus einem großen Wasserfaß mit Kelle. Alles sehr Basic aber unglaublich authentisch. Ich mag es sehr. Ich habe genau 2 Minuten auf der Veranda gesessen und in den Garten geschaut und war so entspannt wie selten zuvor. Die Unterkunft heißt Sukau River Homestay und wird von Maria und ihrer Familie betrieben. Es gibt tägliche Ausfahrten mit einem kleinen Boot auf dem Fluss um Tiere im Regenwald zu beobachten.

Alle hoffen die Big 5 Borneos hier zu sehen: Nasenaffen, Orang Utans, Krokodile, den Nashornvogel (der größte der Hornvogelgattung) und den Pygmy Elefant (der kleinste Elefant). Vom Fluss aus hat man gute Chancen viele Tiere zu sehen da sie zum Wasser kommen um dort zu trinken und es dort viele Früchte an den Bäumen gibt.

Um 10 Uhr wurde ich in Sepilok von Marias Cousin abgeholt und wir sind etwa 2 Stunden nach Sukau gefahren. Er hat früher für WWF gearbeitet und viel über die Palmölplantagen hier erzählt. Die Verträge über das Land laufen 99 Jahre und danach muss mindestens 50% an die Regierung zurück gegeben werden und wieder mit Wald bepflanzt werden. Angeblich dürfen keine neuen Flächen mehr an Palmölplantagen verkauft werden. Nicht nur die Tiere haben ihr Zuhause verloren sondern auch die Menschen die im Wald gewohnt haben und dort ihr Obst und Gemüse angepflanzt haben. Es gibt viele Bepflanzungsprojekte d.h. junge Bäume werden auf die ehemaligen Plantagen gesetzt und jede freie Fläche die sich finden lässt wird bepflanzt. Marias Familie ist in vielen Tierschutzprojekten tätig und hat über die Jahre viel Erfahrung und Wissen gesammelt.

Am ersten Tag gab es nach der Ankunft gleich Mittagessen und um drei einen kurzen Spaziergang durch den Gemüsegarten. Fast alles was hier auf den Tisch kommt ist selbst gepflanzt, aufgezogen oder gefangen worden. Im Garten gibt es Langbohnen, Mais, Kürbis, jede Menge Chili, Senf, Spinat, Süßkartoffeln, Bohnen, Bananen und einige Kräuter deren Namen Maria nur auf Malaysisch wusste.

Dann haben wir die erste Bootsfahrt gemacht. 3 Stunden den Fluss aufwärts und wieder zurück. Einfach cool. Wir haben eine Orang Utan Mama mit ihrem Baby gesehen, jede Menge wilde Nasenaffen und Makaken, Eisvögel (Kingfisher), einen Orang Utan der gerade sein Nest für die Nacht gebaut hat und Hornvögel. Pygmy Elefanten haben wir zwar gehört aber nicht gesehen. So viele wilde Tiere, unglaublich schön. Von mir aus hätten wir den ganzen Tag über den Fluss fahren können 🙂

Als wir zurück kamen gab es schon Abendessen. Marias Schwester kocht hier in der offenen Küche am Fluss und es schmeckt sehr sehr gut. Richtiges typisch malaysisches Essen und alles frisch aus dem Garten. Direkt nach dem Essen ging es weiter mit einer Nachtfahrt in einen kleinen Nebenfluss. Wir haben Eulen, Nasenaffen, Makaken, ein kleines Krokodil, mehrere Eisvögel und ein Hirschferkel (Mousedeer) gesehen. Von dem Hirschferkel habe ich allerdings nur die Augen blitzen gesehen. Wir haben sogar angehalten und sind aus dem Boot gestiegen und sind im dunklen Wald auf die Suche gegangen aber es war wohl schon weggehuscht. Es war ganz schön unheimlich im Wald, ich will gar ich wissen an welchen Tieren ich vorbei gelaufen bin ohne sie zu sehen 🙂IMG_9114

Dann gab es noch eine Dusche aus der Tonne und Zähneputzen im Garten und dann hieß es schlafen denn um 6 Uhr am nächsten Morgen ging es weiter.

Wir sind noch im Dunklen losgefahren und über dem Fluss und dem Wald lag noch Nebel. Ein toller Anblick und ein cooles Gefühl dort entlang durch den Nebel zu fahren. Gesehen haben wir wieder schlafende Nasenaffen, Makaken, zwei große Nashornvögel und einen Schlangenvogel. Den Schlangenvogel habe ich wirklich mit einer Schlange verwechselt. Er schwimmt im Wasser und nur sein langer gebogener Hals schaut aus dem Wasser. Im Nebel sah es so aus als würde eine Schlange auf uns zu kommen 🙂 Ich hatte kurz ein bisschen Angst und habe zu Shan, dem Guide gesagt: Vorsicht da ist eine Schlange 🙂 und er so, neeeee nur ein Schlangenvogel 🙂 Der hat seinen Namen also wirklich verdient.IMG_9116

Eigentlich wollten wir dann zum Oxbow See fahren aber der Nebenfluss über den man zum See kommt war zu niedrig. Also haben wir erst mal auf dem Boot gefrühstückt. Toast, Ei, Kaya Marmelade, Bananen und Kaffee mitten in der Natur. Herrlich 🙂 Dann sind wir an das Ufer gefahren und sind über einen Pfad durch den Wald zum See gelaufen. Spätestens da wusste ich warum ich feste Schuhe und lange Kleidung anziehen sollte. Der Weg war matschig und uneben und mich haben die Moskitos aufgefressen… Aber es war cool und wir haben viele seltene Vögel gesehen die es nur auf Borneo gibt. Uns sogar ein Blattinsekt was wirklich aussieht wie ein Blatt. Sehr schwer zu erkennen.

Mit dem Nashornvogel hatte ich also 4 der Big Five gesehen. Fehlten nur noch die kleinen Pygmy Elefanten.

Wir sind mittags extra früh losgefahren um nach den Elefanten zu schauen. Gehört hatten wir sie am Tag vorher ja schon. Aber leider hatten wir kein Glück. Shan hat zwar die Spuren im Gras gefunden aber weit und breit kein Elefant zu sehen oder zu hören. Die Guides dort haben sogar eine Elefanten-WhatsApp Gruppe damit sie sich informieren können falls jemand die Elefanten sieht 🙂 Aber keiner hatte Glück. Dafür haben wir viele viele Hornvögel, Nasenaffen und Makaken gesehen. Auch schön 🙂

Danach gab es Abendessen mit der kompletten Familie in deren Wohnzimmer auf dem Boden. Es gibt dort keine Möbel und es wird immer auf dem Boden auf einer Decke gegessen. Es war sehr lustig mit so vielen Menschen und Kindern zusammen auf dem Boden zu sitzen mit dem Teller in der Hand und jeder hat durcheinander gequatscht

An diesem Abend durfte ich noch eine Nachtwanderung durch den angrenzenden Wald mit Marias Bruder machen. Es war sooooo unheimlich. Wir sind einen Hügel hochgeklettert und durch Büsche durch. Ich habe die ganze Zeit mit der Taschenlampe nur auf den Boden geleuchtet da ich wissen wollte worauf ich trete… Auf eine neue Bekanntschaft mit dem Feuerameisen hatte ich keine Lust. Wir haben viele Tiere gehört aber nicht gesehen. Manchmal hat es im Baum oder im Busch neben mir geraschelt aber im Dunklen ist es schon sehr schwierig. Man kann die Tiere nur sehen wenn sie einen anschauen weil dann die Augen im Licht leuchten. Immerhin habe ich dann doch noch einen Baumfrosch gefunden 🙂 Und jede Menge Glühwürmchen 🙂 Wir haben die Lampen dann ausgemacht und es hat gefunkelt wie am Weihnachtsbaum.IMG_9260

Heute morgen um sechs sind wir wieder los mit dem Boot. Die Sonne ging gerade auf und da es diesmal klar war und nicht neblig konnten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Wald und Fluss sehen 🙂 Viele Tiere haben noch geschlafen oder sind gerade aufgewacht. Wir haben viele Hornvögel, Makaken, Nasenaffen und diesmal auch viele Krokodile gesehen. Und sogar einen Otter 🙂 Die Orang Utan Mama mit ihrem Baby war auch wieder da. Und zum Schluss gab es noch ein Highlight: einen Gibbon. Normalerweise sind sie im tief im Wald und nicht so oft in Ufernähe und auch sehr scheu. Wir hatten solches Glück. Er war zwar sehr weit weg aber an den langen Armen konnte man ihn erkennen. Sehr cool.

Und dann war mein Ausflug zum Kinabatangan Fluss auch schon vorbei. Marias Bruder hat mich dann nach Sandakan gefahren. Hier bleibe ich eine Nacht und fliege morgen früh nach Kuching.

Das Homestay von Maria war eine tolle Erfahrung. Es ist toll zu sehen wie die Menschen dort leben und auch für kurze Zeit dieses Leben führen zu können. Hotels sind ja überall gleich. Aber bei einer Familie in deren Zuhause zu wohnen ist einfach unvergesslich. Ich habe mich sehr wohl dort gefühlt.

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