Nepal – Pokhara Yoga Retreat 28 Feb – 6 März 2019

Am Donnerstag Morgen bin ich zu meinem Yoga Retreat in den Bergen aufgebrochen. Pokhara liegt unterhalb des Himalaya-Gebirges. Bei gutem Wetter kann man die Gipfel der nahen drei Achttausender sehen, Annarpurna, Dhaulagiri und Manaslu. Und den Fishtail, den Machapuchhre, dessen Gipfel wie ein Fischschwanz aussieht. Außerdem befindet es sich direkt am Phewa See. Ein wunderschönes Panorama. Das Yoga Center Purna Yoga Retreat liegt oberhalb der Stadt mit Blick auf den See und die Berge. Alleine der Aussicht wegen lohnt es sich schon.

Die Anreise war auch abenteuerlich. Der Fahrer des Hotels hat mich zum nationalen Flughafen in Kathmandu gebracht. Es war eine kleine Halle die zwei Eingänge hatte, einen für Männer und einen für Frauen 🙂 Direkt hinter dem Eingang befinden sich die Schalter von Yeti Airlines. Dort hatte ich meinen Flug gebucht. Schalter ist übertrieben, es sind eher vier kleine Aufsteller und dahinter steht ein Schubkarren womit dann das Gepäck zum Flugzeug gebracht wird. Die Sitznummern werden nach der Reihe vergeben. Da ich früh da war hab ich die Nummer 1 direkt hinter dem Piloten bekommen 🙂 Leider auf der linken Seite, denn von rechts kann man den Himalaya sehen sofern es keine Wolken gibt. Ich wurde auf einen früheren Flug „umgebucht“ und durfte direkt zum Gate. Es gibt zwei Gates die nach Fluggesellschaften aufgeteilt sind. Mein Abflug hatte Verspätung somit war ich wieder bei der gleichen Abflugzeit wie für meinen ursprünglich gebuchten Flug.

Dann ging es los 🙂 Alle durften durch das Gate, welches ein normaler Ausgang aus dem Gebäude war, in einen Bus steigen, der dann mit offenen Türen los fuhr auf das Rollfeld. Dort standen bereits mehrere Propellermaschinen von Yeti Air die betankt wurden. Das geschieht hier mit einem Traktor und einem Anhänger mit einem Tankfass drauf 🙂 Dann durften wir einsteigen. Es passen circa 25 Personen in das Flugzeug. Ich saß links hinter der Pilotenkabine. Außer dass das Flugzeug sehr klein war und die Sitze auch, lief alles ab wie bei einem normalen Flug. Es gab Wasser und Erdnüsse und ein Briefing. Der Flug dauert ca 30 Minuten und bietet eine wunderschöne Aussicht über Kathmandu und die Gebirge. Leider war es wolkig und ich konnte keine Fotos vom Himalaya machen. Aber es war ein tolles Erlebnis. Am Flughafen in Pokhara gab es sogar einen Gepäckschalter 🙂

Dort wurde ich vom Yoga Center abgeholt und den Berg hinauf zum Center gebracht. Über eine sehr steile und steinige Straße. Ich dachte, mal eben ins Dorf laufen um einzukaufen wäre nicht möglich in der Pausenzeit und auch zu anstrengend, aber die Lust auf Schokoladencrepes und Kaffee haben es einige Zeit später dann doch möglich gemacht 🙂 🙂

Das Retreat besteht aus einem großen Haus am Berg mit drei Stockwerken, mehreren Terrassen, einem großen Yogaraum mit Blick auf den See und einem Aufenthaltsraum zum Essen. Auf der Terrasse gibt es Schaukeln und Sitzmöglichkeiten. Es gibt nur Doppelzimmer, somit haben Alleinreisende wie ich immer eine Zimmergenossin 🙂

Es ist wirklich wunderschön hier. Die Yogalehrer sind alle Einheimische und lehren traditionelles Yoga und vor allem das ursprüngliche Yoga. Es geht nicht um Verrenkungen oder anstrengende Posen. Es geht um das was im Inneren passiert wenn man sich auf die Bewegungen fokussiert. Also viel mehr um das Mentale als darum wie weit man sich verbiegen kann. Wirklich sehr angenehm.

Der Tagesablauf ist immer gleich:

6 Uhr Waking up call mit einem Singing Bowl (Klangschale)

6:15 Meditation

7:00 Tee und Bananen

7:30 JalaNeti, Nasensalzwasserspülung

8:00-9.30 Yoga

9:45 Frühstück

11:00 Wellness 🙂 man kann zwischen Fußbad, Armoa-Inhalation, Dampfbad und Matschbad auswählen.

12.30 Nada Yoga Singing Bowl Meditation

13:00 Mittagessen

14:00-16:00 Pause

16:00 Tee und Obst

16.30 Chanting session (Singen, Mantras)

17.30-18:30 Yoga

18:30-19:00 Yoga Nidra geführte Meditation

19:00 Abendessen

20:00 Candle Meditation

21:00 Schlafen 🙂

Das Essen hier ist vegetarisch und nepalesisch und unglaublich lecker.

Morgens um sechs aufzustehen ist natürlich nicht meine liebste Beschäftigung aber man wird reich dafür belohnt. Der Blick über den mit Nebel verhangenen See ist super schön und die Luft morgens ist zwar kalt aber unglaublich erfrischend und klar. Man ist sofort wach und fit. Das liegt allerdings auch ein bisschen an der Kälte 🙂 Es ist wirklich kalt hier oben und in den Räumen gibt es keine Heizung. Aber man bekommt zwei dicke Decken, die einen warm halten. Morgens in das kalte Bad zu gehen kostet allerdings schon Überwindung. Das Wasser wird nur mit der Sonne gewärmt, was bedeutet dass man erst ab Mittag duschen kann, es sei denn man mag eiskaltes Wasser am Morgen. Ich nicht 🙂

Nach der morgendlichen Meditation gibt es Tee und Bananen damit man gestärkt für die Yoga Session ist. Anschließend gehen alle auf die Terrasse und vollführen JalaNeti 🙂 Das ist eine Reinigung der Nase mit einer Salzwasserspülung. Also das was man auch zuhause machen soll wenn man erkältet ist. Es reinigt allerdings nicht nur die Nase sondern hilft auch bei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Augenproblemen und generell Problemen im Kopfbereich. Man setzt sich hin und lässt mit einer kleinen Kanne ca 1/2 Liter warmes Salzwasser abwechselnd durch das linke und rechte Nasenloch fließen. Am Anfang sehr ungewohnt aber dann spürt man wie gut es tut. Danach muss man verschiedene Übungen machen um die Nase zu trocken damit man sich nicht erkältet und Ohrenschmerzen bekommt.

Dann beginnt die morgendliche Yogastunde. Es gibt im Moment vier verschiedene Lehrer und alle unterrichten unterschiedlich aber alle traditionell.

Traditionell bedeutet sie bringen uns auch den Ursprung von Yoga bei und erklären die Begriffe und Positionen und deren Wirkung auf die verschiedenen Körperteile. Und vor allem die mentale Wirkung. Hier wird Yoga nicht als Sport ausgeübt sondern für den Geist. Die Beweglichkeit ist etwas was man noch dazu bekommt aber hauptsächlich geht es darum die Gedanken zu trainieren und sich zu fokussieren.

Ich mag diese ursprüngliche Absicht sehr, denn die ständige Anstrengung beweglicher und beweglicher zu werden hat mich schon ein bisschen unter Druck gesetzt. Hier dürfen wir die Übungen so halten wie es für den Körper angenehm ist. Hauptsache wir atmen in Einheit mit der Bewegung und entspannen bei jeder Bewegung. Es fühlt sich von Tag zu Tag besser an und ich werde immer entspannter und es macht richtig Spaß.

Nach der morgendlichen Yogastunde gibt es Frühstück auf dass alle schon immer sehnsüchtig warten. Um sechs aufstehen und erst um 9:45 frühstücken erfordert schon Geduld. Ich habe allerdings Frühstückskekse gekauft von denen ich nach dem aufstehen immer einen esse 🙂 Sicher ist sicher 🙂

Meistens gibt es Porridge zum Frühstück oder Linsen oder Kichererbsen. Auf jeden Fall ist es immer sehr sehr lecker.

Danach habe ich mir meistens das Inhalieren ausgesucht um die nächste Erkältung fern zu halten. Die Freizeit bis zur Klangschalenmeditation verbringe ich mit lesen in der Sonne oder einfach in der Sonne sitzen und die Aussicht genießen. Bei der Klangschalenmeditation legen sich alle auf ihre Yogamatten, decken sich zu und genießen die Klänge der großen und kleinen Schalen. Jeder Ton berührt andere Sinne und Körperteile. Manchmal spürt man die Vibration am ganzen Körper wie Gänsehaut. Außerdem ist es unglaublich beruhigend und entspannend. Ich fand es so gut dass ich mir am Ende sogar eine Klangschalenmassage gegönnt habe. Dabei werden die Schalen auf dem Körper (bekleidet) bewegt und gesetzt und angeschlagen. Danach habe ich geschlafen wie ein Baby 🙂

Dann gibt es Mittagessen. Meistens Dhal Bat. Ein typisch nepalesisches Gericht welches aus verschiedenen kleinen Gerichten besteht. In der Mitte ist Reis und außen rum Gemüse, Pilze, Salat, Kartoffeln oder Bohnen und dazu gibt es eine kleine Schüssel Linsensuppe. Nicht die Linsensuppe wie man sie in Deutschland kennt sondern geschmacklich eher wie ein Curry. Es war immer sehr sehr gut.

Nach dem Mittagessen hat man zwei Stunden Freizeit. Meistens habe ich gelesen und entspannt. Zweimal sind wir allerdings runter in Dorf gelaufen um Kaffee zu trinken und Schokoladenpancakes zu essen 🙂 Das gesunde vegetarische Essen war wirklich lecker aber manchmal wollten wir uns ein bisschen verwöhnen 🙂 Dafür muss man allerdings den Berg hinunter laufen bzw klettern. Je nachdem welchem Weg man nimmt. Runter dauert ca 10 Minuten, den kürzeren steileren Weg und hoch ca 20 Minuten. Also ich habe auf jeden Fall 20 Minuten gebraucht. Die Mädels die vorher zum Trekking im Himalaya waren, waren natürlich schneller 🙂 Aber was tut man nicht alles für einen leckeren Soja-Latte und Schoko-Pancake oder Salted-Caramel-Crêpes 🙂 Einmal bin ich mit Juliette, einer Französin, auf den Berg hinter dem Center gelaufen um die Aussicht zu genießen. Man muss ca 45 Minuten dem Berg hinauf laufen und kann dann über ganz Pokhara und den See schauen. Es war richtig anstrengend aber es hat sich gelohnt.

Um vier Uhr ist Teepause mit Obst und anschließendem Chanting, also Singen von Mantras in Sanskrit. Das war immer sehr lustig weil die Jungs vom Yoga Center das ganze auf Instrumenten wie Akkordeon, Trommel und Tamburin begleitet haben. Manchmal war das Stück so fröhlich dass wir auch getanzt haben. Hat wirklich Spaß gemacht. Ich mag das gleichmäßige Singen und Wiederholen der Mantras. Es beruhigt und stimmt einen fröhlich 🙂

Dann geht es weiter mit der abendlichen Yogastunde und Meditation. Am Anfang fand ich es sehr anstrengend so oft und lange im Yogasitz zu sitzen aber nach ein paar Tagen war es ok. Ich wurde auch immer stärker und sicherer in den Yogaposen. Die Meditation war immer im Dunklen und sehr entspannend. Meistens saßen wir danach noch ganz in Ruhe einfach da obwohl es schon Abendessen gab. Es ist eine schöne Energie wenn alle im gleichen Raum das gleiche spüren und empfinden.

Auch das Abendessen war immer sehr gut. Einmal gab es sogar Pasta mit Gemüse 🙂

Zum Abschluss des Tages haben wir eine Meditation gemacht bei der man im Dunklen auf eine Kerze schaut ohne zu blinzeln. Hört sich sehr komisch an aber es bewirkt eine Tiefenentspannung, die einen später leicht und lange schlafen lässt. Direkt danach sind wir nämlich ins Bett gegangen. Um halb neun 🙂 Ja wenn um sechs Uhr der Weckgong ertönt ist man abends früher müde.

Es war eine wundervolle Zeit im Purna Yoga Retreat. Der Ausblick ist unglaublich, die Menschen dort sind alle warmherzig, professionell und super lustig und inspirierend und die Teilnehmerinnen die ich kennen lernen durfte waren international und sehr sehr angenehm. Mit vielen bin ich noch in Kontakt und einige werde ich wieder sehen. Es war eine wunderschöne Stimmung dort, die ich noch lange fühlen werde.

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